Ales Pickar: Ein Anfang mit Irrtum — über Hintergrundrecherchen zu Fantasyromanen

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Mein (bis jetzt) fünfteiliger Erstling “In den Spiegeln” schildert eine Geschichte, die mehr der allgemeinen Phantastik zuzuordnen ist, als der “Fantasy” oder der “Science Fiction” (obwohl Elemente aus beiden Genres reichlich vorhanden sind). Beim fünften Teil findet der überwiegende Teil der Handlung in Rom und im Vatikan statt — wie könnte es auch anders sein: Rätseln und Geheimnissen auf der Spur. Eine nicht geringe Herausforderung, denn ab einem gewissen Punkt musste ich ungefähr sieben Seiten aus anderen Büchern lesen, um eine Seite zu schreiben. Die Quellen-Bücher (wie z.B. das großartige Buch “Die Geheimnisse Roms” von Corrado Augias) begannen sich zu stapeln und mich stumm zu ermahnen, dass die bloße Tatsache, dass ich weder ein Kunsthistoriker, noch mit einer Kunsthistorikerin verheiratet bin, zu einem lediglich ungenügenden Ergebnis führen kann.

Die Ehefrau-Anspielung richtet sich natürlich an Dan Brown, den ich nicht selten für einige abstruse Handlungsideen belächelt habe, doch dem ich nun auch mit einem gewissen Respekt begegne. Keine einfache Aufgabe, es in einer Abenteuergeschichte mit einer Weltstadt aufzunehmen und ihr auch noch gerecht zu werden. Ich denke, am Ende habe ich die sprichwörtliche Kurve gekriegt. Nicht selten im Geiste von “weniger ist mehr”.

Doch bereits im Finale des fünften Teils “Imaginäre Freunde” überlegte ich mir, mich in meinem nächsten Projekt mit reiner Fantasy zu befassen. Ich wollte etwas schreiben, bei dem ich nicht alle fünf Zeilen Fakten in Sachbüchern nachschlagen muss. Etwas, wo ich einfach nur loslege und die Geschichte übernehmen lasse. Da Fantasy-Welten eigene Gesetze haben, würde ich gar nichts recherchieren müssen. Was sich in der Handlung ergibt, das gilt. Meine Welt, meine Regeln. Denn schließlich, was ist Fantasy? Was sind die Zutaten? Heroen, die Schwerter tragen. Sie reiten Pferde. Fern des Horizonts bahnt sich eine große Bedrohung an. Sie haben Fantasienamen, die ein wenig lateinisch und ein wenig nordisch klingen. Unmögliche Barrieren werden durch Magier überwunden. Für das Übermenschliche sind Drachen zuständig. Los gehts!

Doch halt. Die letzten Zeilen sind einfach falsch. So entstehen sie also — die glorreichen Irrtümer. Jene Fehlannahmen, die uns auf unserer Reise weiterbringen.

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